In 4 Schritten zum Productized Service

15. Mai 2023 | 2 Kommentare

Wenn du als Virtuelle Assistenz startest, ist es völlig normal, zunächst einmal eine breite Angebotspalette an Services zu haben. Schließlich ist der Begriff der Virtuellen Assistenz weit gefasst und deine Nische entwickelt sich erst mit der Zeit. Dadurch bist du auch nicht auf jedem Gebiet ExpertIn und oft eingeschränkt in deiner Preisgestaltung. Üblicherweise hast du einen festen Stundensatz, gegen den du deine Arbeitsleistung anbietest – das typische Zeit-gegen-Geld-Modell.
Später spezialisierst du dich vielleicht immer mehr, doch dein Vergütungsmodell, nämlich das Tauschgeschäft Zeit gegen Geld, bleibt in aller Regel bestehen. Arbeitest du nicht, verdienst du nichts. Es hängt also immer an deiner Zeit, wie erfolgreich du finanziell bist. Wie du das für dich ändern kannst und warum ein Productized Service dabei hilft, verrate ich dir in diesem Artikel.

Warum du mit dem Zeit-gegen-Geld-Modell auf Dauer nicht wachsen kannst

Für den Start als VA ist es absolut sinnvoll, deine Leistungen nach deiner Arbeitszeit abzurechnen. Du probierst dich noch in verschiedenen Bereichen aus und wirst dich erst später auf dem Gebiet als ExpertIn positionieren, das dir Spaß macht.

Deine Zeit auf Dauer gegen Geld zu tauschen, kann allerdings sehr anstrengend sein und bringt für erfahrene VAs viele Nachteile mit sich:

  • Du fängst bei jedem Kunden immer neu von vorne an.
  • Deine Einnahmen sind begrenzt, da deine Arbeitszeit begrenzt ist.
  • Die Vorarbeit ist oft unbezahlt (Angebote schreiben, Gespräche führen etc.)
  • Es lohnt sich für dich nicht, schneller und effizienter zu arbeiten, da du dann weniger Zeit in Rechnung stellen kannst.
  • Du hast entweder zu viel zu tun oder Flaute und Druck, Kunden finden zu müssen. Es gibt kaum Planbarkeit
  • Ein richtiger Urlaub, ohne Arbeit, muss gut geplant werden – und dann fehlen in der Zeit die Einnahmen.
  • Der Markt bestimmt deinen Stundensatz – mehr als 80€/Stunde ist kaum drin.

Die auf vielen sozialen Medien suggerierte Freiheit, von überall aus mit dem Laptop am Strand arbeiten zu können und die Mittagspause unter Palmen zu verbringen, wird schnell von der Realität getrübt. Denn so viel Pause kannst du dir gar nicht erlauben, schließlich muss dein Apartment am Strand von irgendetwas bezahlt werden. Und da du für deinen Stundensatz jedes Mal wieder von vorne beginnst, da jeder Auftrag ganz individuell ist, bleibt dein Umsatz gedeckelt – der Tag hat nun mal nur 24 Stunden.

Nehmen wir einfach einmal an, dein Stundensatz liegt bei 40 Euro und du arbeitest am Tag 6 Stunden, weil du ja auch etwas von deiner neu gewonnenen Freiheit genießen möchtest. Von diesen 6 Stunden ziehen wir eine ab für Tätigkeiten wie das Checken deiner Mails, Buchhaltung etc., die gemacht werden müssen, aber natürlich niemand bezahlt. Bleibt ein Umsatz von 200 Euro am Tag. Rechnen wir das bei 5 Arbeitstagen in der Woche hoch aufs Jahr, abzüglich 6 Wochen Urlaub, bleibt ein gedeckelter Umsatz von noch nicht einmal 50.000 Euro jährlich. Natürlich kannst du noch ein paar mehr Stunden arbeiten, aber über die 60.000 Jahresumsatz wirst du es kaum schaffen.

Das ist nicht sehr viel für ein freies Leben, oder?

Echte Freiheit mit einem Productized Service

Wirklich frei wirst du erst dann, wenn du deine Einnahmen von deiner Arbeitszeit entkoppelst. Ein Productized Service bietet dir dafür eine tolle Möglichkeit, dich zum einen als ExpertIn optimal aufzustellen und zum anderen genau dieser Zeit-gegen-Geld-Falle zu entkommen.
Dabei geht es um eine Dienstleistung, deren Prozess du so aufgebaut hast, dass du sie wie eine Art Produkt verkaufen kannst. Sie ist ein standardisierter Lösungsweg für ein konkretes Problem deiner Kunden. Du stellst zwar noch immer deine Arbeitsleistung zur Verfügung, allerdings nicht mehr für einen individuellen Einzeljob pro Kunde, sondern als festes Paket. Dadurch hast du immer denselben Umsatz, kannst aber mit der Zeit die Effizienz und Qualität steigern. So bietest du deinen Kunden hohe Standards zu einem festen Preis, mit dem sie wunderbar kalkulieren können. Es geht hierbei nicht darum, immer das gleiche Ergebnis zu liefern, sondern den Weg zum Ergebnis zu vereinheitlichen. Sicherlich machst auch du immer wieder die gleichen Schritte von der Anfrage bis zur Lösung.
Bist du beispielsweise im Bereich Design unterwegs, kannst du ein Social Media-Paket mit einer bestimmten Anzahl an Grafiken anbieten. Hierfür bereitest du ein standardisiertes Briefing vor, legst dir einen Design-Baukasten zurecht und schon hast du einen Prozess vorbereitet. Diesen kannst du mit jedem Kunden weiter optimieren und entwickelst dadurch das ideale Angebot.

Die Vorteile eines Productized Services

Als klassische Stundenlohn-SöldnerIn bietest du für jeden einzelnen Auftrag eine individuelle Lösung. Du startest immer wieder von Null und kannst erst mit dem nächsten Auftrag beginnen, wenn der vorherige abgeschlossen ist. Natürlich investierst du besonders am Anfang eines Productized Services viel Arbeitszeit in die Erstellung und Optimierung des Prozesses. Doch diese Zeit macht sich irgendwann bezahlt, denn du wirst mit jedem Kunden effizienter in der Abarbeitung. Irgendwann hast du deinen Productized Service so weit optimiert, dass du bestimmte Tätigkeiten auslagern und dir so endlich die Freiheit schaffen kannst, von der du immer geträumt hast. So hast du als Virtuelle Assistenz vielleicht irgendwann eigene VAs, die dich beim operativen Geschäft unterstützen oder buchst dir partiell Freelancer dazu.
Du sparst dir außerdem wertvolle Zeit, da du keine individuellen Angebote mehr schreiben musst, sondern immer auf dein Standard-Paket zurückgreifst. Aus diesem Prozess kann irgendwann sogar ein kleiner Onlinekurs oder Ähnliches entstehen, in dem du anderen beibringst, wie sie eine eigene Grafikvorlage erstellen. Und schon hast du den nächsten Step in Richtung passives Einkommen getan!

So erstellst du einen Productized Service

Um einen passenden Prozess für deinen Service aufzubauen, solltest du ein paar Vorbereitungen treffen. Diese Schritte sind wirklich wichtig für den späteren Erfolg deines Productized Services und sollten deshalb nicht mal schnell zwischen Tür und Angel gemacht werden. Je stabiler du das Fundament deines Angebots baust, desto besser!

Für wen ist dein Service bestimmt?

Mal ehrlich – ständig lesen wir was von Zielkunde, Kundenavatar oder Wunschkunde. Jeder weiß, dass es wichtig ist, seinen Kunden genau zu kennen. Und doch machen sich die wenigsten die Mühe, ihren Kunden wirklich zu definieren. Für einen Productized Service ist aber genau das essentiell, denn schließlich soll er sich später verkaufen. Um geeignete Marketingkampagnen zu starten, musst du ganz klar wissen, an wen sie ausgespielt werden sollen. Beschäftige dich also zuerst ganz genau mit deinem Zielkunden, bevor du an den Inhalt gehst.

Was erreicht dein Kunde durch deine Leistung?

Möchtest du, dass dein Angebot auch wirklich ankommt, brauchst du mehr als eine sachliche Beschreibung deiner Leistung. Du brauchst eine Transformation, die deinem Zielkunden vermittelt, was sich durch deinen Service verändern wird. Es gibt das Leben vor der Zusammenarbeit mit dir und das Leben danach. Was ändert sich? Wo steht er vorher, wo danach?
Zurück zum Beispiel des Designers. So sieht das Leben seines Kunden vorher vielleicht aus: Er weiß nicht, was er posten soll. Er postet unregelmässig und hat nur weniger Follower. Nach der Zusammenarbeit sind seine Beiträge im Voraus geplant, er hat einen Contentplan und ist regelmässig auf Social Media aktiv. Die Anzahl der Follower ist gestiegen und er hat mehr Kundenanfragen. Nutze diese Transformation für deinen Service und entwickle daraus die Inhalte.

Welche Mini-Transformationen sind Teil der Reise?

Da der Schritt von A nach B, also vom Leben davor zum Leben danach, oft ein sehr großer ist, schaust du dir nun die Einzelschritte an, die ihr gemeinsam geht. Welche Teilaufgaben müssen erledigt werden, um zum Ergebnis zu kommen. Für den o.g. Designer wären das z.B.

  • Vorgespräch
  • Erarbeitung der Strategie
  • Bereitstellen von Texten und Bildern
  • Erstellen des Contentplans
  • Erstellen der Beiträge
  • Einplanen der Beiträge
  • Überwachung und ständige Verbesserung

Diese Teilschritte sind dein eigentlicher Productized Service. Sie sind der Weg, den du mit deinem Kunden gehst und deine ganz eigene, persönliche Strategie.

Welches Format möchtest du nutzen?

Nun geht es darum, die Inhalte passend zu verpacken. Zum Ergebnis kann dein Kunde nämlich auf viele verschiedene Weisen kommen. Lass hier gern deine persönlichen Vorlieben einfließen und frage dich auch, ob du weiterhin Dienstleister sein möchtest. Oder liegt es dir mehr, anderen etwas beizubringen, statt für sie umzusetzen?
Gängige Formate sind die klassische Dienstleistung, Workshops, Online Kurse, Bücher und viele mehr. Ergänzen kannst du deinen Service dann auch noch mit vorgefertigten Materialien wie einem Workbook. Das macht einmal Arbeit, erhöht aber die Qualität deines Services dauerhaft!

Mithilfe dieser 4 Schritte kannst du nun loslegen und aus deiner Angebotspalette Productized Services entwickeln, die dir in Zukunft sogar passives Einkommen generieren und endlich deinen Traum von einem freien Leben real werden lassen.

Dein Angebotsformat, wie z.B. die Dienstleistung, ein Online Kurs, eine Membership u.s.w. können sich im Laufe der Zeit ändern. Evtl. beginnst du mit einer Dienstleistung, baust später daraus einen Online Kurs und gibst auch offline Seminare. Die Transformation, das finale Ergebnis, das du deinem Kunden lieferst, sollte jedoch gleich bleiben. So ist immer klar, wofür du stehst.

Wenn du selbst deine Expertise in einen Productized Service packen möchtest und eine Transformation entwickeln willst, die auch in Zukunft zu deinem Unternehmen passt, dann melde dich gern bei mir zu einem kostenfreien Mini-Coaching an und wir nehmen deine Ideen unter die Lupe.

Portrait der Gast-Autorin Anne Zeni-Diniz

Autorin
Anne Zeni Diniz

Mein Weg in die Selbständigkeit startete 2018 als Virtuelle Assistentin mit dem typischen Bauchladen im technischen Bereich. Daher kenne ich die guten aber auch die schlechten Seiten des VA-Daseins und des Zeit-gegen-Geld Modus. Es war für mich der richtige Start in die Selbständigkeit, jedoch haben sich mit der Geburt meines Sohnes die Prioritäten verschoben und ich habe mir neue Fragen gestellt:

  • Wie kann ich Beruf und Familie besser vereinbaren?
  • Wie kann ich in meinem Business Erfüllung finden, ohne 100% meiner Zeit dafür geben zu müssen?
  • Den “Technik-Kram” kann ich zwar, aber schlägt mein Herz dafür?

Ich liebe es, andere auf ihrem Weg weiterzubringen und habe mich daher 2021 zum Coach ausbilden lassen. Nun verhelfe ich Selbständigen zu mehr Freiheit im Business und zu einem gesunden Verhältnis von Arbeit und Freizeit. Die richtige Angebotsstruktur ist dabei der erste Schritt. Lass ihn uns gemeinsam gehen.

Themen-Gebiete von Anne Zeni Diniz

Productized Service entwickeln und damit deine Expertise zu deinem Produkt machen.
Ein Unternehmen aufbauen statt “selbst und ständig”zu arbeiten
Den nächsten Schritt im Business gehen

2 Kommentare

  1. Danke für diesen informativen Beitrag. Da muss ich bei mir selbst auch noch optimierter werden:-)

    Gruß
    Sibille

    Antworten
    • Liebe Sibille,
      hier im Beitrag siehst du ja die grobe Schrittfolge. Und wenn du Fragen dazu hast, melde dich gern bei mir direkt über einen der o.g. Links. Man muss wirklich gedanklich den Spieß umdrehen und weg gehen von “Es kommt drauf an, was der Kunde will…”. Das passiert nicht von heute auf morgen und braucht eine Weile.
      Liebe Grüße,
      Anne

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kennst Du schon unsere VA-Tipps?

Wir haben unsere Empfehlungen für Dich gesammelt aufgelistet.

Vielleicht ist da ja etwas für Dich dabei??

Du kannst – sofern Du etwas über die Links kaufst – uns und unsere Arbeit für die VA-Meetups unterstützen.

Nimm Kontakt zu uns auf...

N

...wenn Du Fragen oder Anregungen hast

N

...wenn Du ein eigenes Meetup organisierst

und dieses gerne über den Newsletter kommunizieren möchtest.

N

...wenn Du ein Thema für ein Meetup hast,

worüber Du gerne mehr wissen oder im Meetup darüber erzählen möchtest.

Unser Newsletter

Bleib immer informiert über die nächsten Meetups!

=

Informationen zum nächsten Meetup

=

Reminder am Vortag des Meetups

=

evtl. mal Eigenwerbung oder nützliche Affiliate-Links

=

Informationen über Neuerungen